Alle Beiträge rund um den Blog · Autorin · Wurmige Beiträge

Wir müssen reden …

Schneeglöckchen haben mich schon immer fasziniert. Sie wehren sich gegen den Schnee und sprießen aus dem Boden, egal wie viel des schweren weißen Pulvers auf ihnen liegt.
In der letzten Zeit habe ich Erfahrungen gemacht, die ich nicht einfach herunterschlucken kann. Denn ich will kein Schneeglöckchen sein, dass die Sonne nie zu Gesicht bekommt.
Wir müssen reden – dringend.

Bücher und unsere Vorbilder

Ich bin aufgewachsen mit Katniss Everdeen aus den „Hunger Games“, mit Tris aus „Divergent“ oder Hermione aus „Harry Potter“. All diese Frauen haben mich beeindruckt, weil sie Stärke zeigen und sich nicht unterkriegen lassen, mögen die Herausforderungen noch so groß sein.

Doch warum fällt das im realen Leben so schwer? Warum genau können wir uns nicht einfach gegen die Welt stellen und ihr zeigen, was wir können?


„Klein“, „jung“ und „attraktiv“

Bisher war der Begriff „Sexismus“ für mich eher eine abstrakte Vorstellung, nicht aber ein Attribut, das noch heute fest in unsere Gesellschaft gehört. In der letzten Woche habe ich aber zu spüren bekommen, dass er noch eine größere Rolle zu spielen scheint, als ich mir hätte vorstellen können.

Die Worte „klein“, „attraktiv“ oder auch „weiblich“ haben im Job nichts zu suchen, genauso wenig anzügliche Blicke oder Berührungen, die man selbst nicht möchte. Doch es fällt schwer in einer solchen Situation angemessen zu reagieren, denn was sagt man? „Lassen Sie mich in Ruhe!“ „Nehmen Sie die Hände weg?“ – Dann ist der Job auf jeden Fall gestorben.

Doch was ich mich in den letzten Tagen immer wieder gefragt habe: Möchte ich einen solchen Job dann überhaupt? Möchte ich in der Angst leben, diesen Menschen, der mir womöglich einen begehrten Job gibt, immer wieder treffen zu müssen? Soll ich Angst davor haben müssen, eine Frau zu sein, ja gar ich selbst zu sein?

NEIN. Auch wenn ich womöglich in der letzten Woche eine große Chance habe vorbeiziehen lassen, wollte ich sie nicht. Ich konnte sie nicht annehmen. Nicht, wenn ich dafür nur „jung“, „attraktiv“ oder „weiblich“ sein müsste.

Ich war schon immer sehr leistungsorientiert und ehrgeizig und das, was ich in der letzten Woche erlebt habe, hätte mir fast jeglichen Mut genommen. Mir fast gezeigt, dass eine Frau mit diesen Attributen in der Welt keine Chance hat. Doch das ist nicht wahr. Jetzt weiß ich, dass ich richtig gehandelt habe. Niemand muss sich aufgrund des Geschlechts oder eines anderen Faktors so behandeln lassen und die Ziele über die eigene Würde stellen. Und dazu möchte ich Euch ermutigen: Sagt nein, wenn es sich nicht gut anfühlt. Sagt nein, wenn Euer Bauchgefühl laut schreit. Und vor allem, sagt nein, auch wenn andere ja sagen.

„Because you are women, people will force their thinking on you, their boundaries on you. They will tell you how to dress, how to behave, who you can meet and where you can go. Don’t live in the shadows of people’s judgement. Make your own choices in the light of your own wisdom.“ (Amitabh Bachchan)  


Feminismus. Hmpf…

Ich war noch nie eine große Feministin, weil ich der Meinung bin, dass dieses Wort eine negative Vorbelastung besitzt. Doch was ich bin, ist eine Frau mit einer Meinung.

Egal welchen Geschlechts Ihr seid, egal was genau Euch passiert – Redet mit anderen darüber. Hört tief in Euch hinein und fragt Euch, ob Ihr so leben wollt. Und wenn als Antwort ein klares „Nein“ kommt, dann löst Euch davon. Löst Euch womöglich auch von Dingen, die Euch bisher immer wichtig waren. Denn welchen realen Wert haben sie, wenn Ihr Euch nicht gut mit ihnen fühlt? Findet Euren Weg, aber keinen, bei dem Ihr Euch selbst aufgeben müsst.


Nun habe ich noch einen Buchtipp für Euch, der mich sehr viel gelehrt hat:

The Power“ von Naomi Alderman

51kand-wULL._SX321_BO1,204,203,200_

Auf deutsch erscheint das Buch am 12. Februar unter dem Titel „Die Gabe„:

51WxQK6RpEL._SX328_BO1,204,203,200_

Und darum geht´s:

Es sind scheinbar gewöhnliche Alltagsszenen: ein nigerianisches Mädchen am Pool. Die Tochter einer Londoner Gangsterfamilie. Eine US-amerikanische Politikerin. Doch sie alle verbindet ein Geheimnis: Von heute auf morgen haben Frauen weltweit die Gabe – sie können mit ihren Händen starke elektrische Stromstöße aussenden. Ein Ereignis, das die Machtverhältnisse und das Zusammenleben aller Menschen unaufhaltsam, unwiederbringlich und auf schmerzvolle Weise verändern wird.

(Amazon.de)

Lasst Euch von dieser einzigartigen Geschichte begeistern – und inspirieren.

Und vergesst nicht, seid Schneeglöckchen! ❤

Alles Liebe,

Krisi

4 Kommentare zu „Wir müssen reden …

  1. Hey!
    Interessanter Beitrag und ein sehr wichtiges Thema.
    Ich kann verstehen, wenn man solche Job-Angebote ablehnt, man fühlt sich auch einfach nicht wohl damit. Mir ist so etwas bisher nicht begegnet, zumindest nicht dass ich es bewusst wahrgenommen habe. Könnte aber auch an mir selbst liegen, ich lege manchen Kommentaren nicht die größte Gewichtung bei – ohne es herunterspielen zu wollen oder so! Sowas geht gar nicht und das steht außer Frage.

    Danke für den Buchtipp, auch wenn es auf Englisch schon auf meiner Liste steht, hatte ich nicht auf de Schirm, dass es schon bald auf Deutsch erscheint.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Nicci,

      vielen Dank für den lieben Kommentar.
      Ja, ich habe mir lange überlegt, ob ich darüber hinwegsehen soll, aber es war so massiv, dass ich wusste, dass ich damit nicht würde leben können.

      Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen des Buchs! 😊

      Herzliche Grüße und eine schöne Woche,
      Krisi

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s