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Rezension: Ich war Hitlers Trauzeuge

IchwarHitlersTrauzeuge

Ich war Hitlers Trauzeuge von Peter Keglevic
Historischer Roman/Gegenwartsliteratur ║ Albrecht Knaus Verlag (18. September 2017)
19,99 Euro (E-Book), 26,00 Euro (Hardcover) ║ ca. 576 Seiten
Klappentext

Ein grandioser, tragikomischer Roman mit Harry Freudenthal, Eva Braun, Leni Riefenstahl, HJ Syberberg u.v.a.m. sowie, zu guter Letzt, Adolf Hitler

Ostersonntag 1945. In Berchtesgaden wird zum 13. Mal „Wir laufen für den Führer“ gestartet: eintausend Kilometer in 20 Etappen durch das Tausendjährige Reich. Der Sieger darf Adolf Hitler am 20. April persönlich zum Geburtstag gratulieren. Dank Leni Riefenstahl, die den großen Durchhaltefilm drehen soll, gerät der untergetauchte Harry Freudenthal in den Pulk der Läufer und entrinnt damit seinen Häschern. Der irrwitzige Lauf nach Berlin führt Harry schließlich bis in den Führerbunker, wo er Geschichte schreibt.‎

Mit großer Lust am‎ historischen Detail und der Absurdität der Ereignisse in den letzten Wochen des Dritten Reichs erzählt Peter Keglevic die Lebensgeschichte eines Berliner Juden, der es bis in den Führerbunker schafft und dessen Schicksal aufs engste mit dem von Adolf Hitler verbunden ist.‎

(Quelle: Amazon.de)


Der erste Satz

Alles ist schwarz.


 Meinung

Kaum eine historische Passage wird so häufig in der Unterhaltungsliteratur thematisiert, wie die NS-Zeit. Vieles aus dieser Zeit erscheint zu absurd, um wahr zu sein. So auch ein „Lauf für den Führer“, welchen Peter Keglevic in seinem Roman „Ich war Hitlers Trauzeuge“ thematisiert…

Mir wurde der Roman als Vorableseexemplar angeboten und ich war, nachdem ich mich über diesen informiert hatte, mehr als begeistert. Schon nach den ersten Seiten wusste ich, dass diese Erzählung etwas besonderes war. Durch den Sprung zwischen den Jahren 2013 und 1945 entsteht innerhalb des Geschehens eine Dynamik, die den Leser mit sich reißt. Aufgrund der Verschmelzung von Fakten und Fiktion, erschafft Peter Keglevic ein Werk, das – für mich – zu den besten des Genres zählt.

Ich durfte während des Lesens die unterschiedlichsten Charaktere begleiten, was die Sicht des Lesers auf das Geschehen erweitert. Auf der einen Seite stehen überzeugte Nationalsozialisten, auf der anderen ein untergetauchter Jude. Diese Abwechslung führt dazu, dass dem Leser keine Position bezüglich des Beschriebenen aufgezwungen wird, sondern die historischen Geschehnisse für sich selbst sprechen und sich eine eigene Meinung des Lesers wie von selbst bildet. Auch die direkte Reaktion auf das Gelesene meinerseits empfand ich als beeindruckend, denn ich war so mitgerissen, dass ich am liebsten in die Geschichte getaucht wäre um meiner Meinung Gehör zu verschaffen. Schlichtweg brillant!

Schreie, Hilferufe, Todesangst und ein vielstimmiges, wüstes Brüllen zerrten mich aus der Vergangenheit, und als ein paar Gewehrschüsse knallten, war ich in der Wirklichkeit des 13. April 1945 zurück. (Seite 372)

Zuletzt muss ich Peter Keglevic als Autor nochmals nachdrücklich hervorheben. Als ich las, er habe zwanzig Jahre für den Roman recherchiert, war ich schwer beeindruckt und gleichzeitig stiegen meine Erwartungen an das Werk ins Unermessliche. Ich bin Geschichtsstudentin und lese somit leidenschaftlich gern historische Romane, sodass ich gerade an dieses Genre hohe Ansprüche stelle. Doch Herr Keglevic schildert die Geschichte von Harry Freudenthal so authentisch und überzeugend, dass der Wahnwitz eines Events wie dem „Lauf für den Führer“ allein durch seine Worte erzeugt wird, ohne dass dem Leser die eigene Perspektive genommen wird und ohne dass die Ironie Überhand gewinnt.

Selten beendete ich ein Werk so schnell, wie „Ich war Hitlers Trauzeuge“. Dieses Werk ist nicht nur für Geschichtsstudenten ein Muss, sondern für alle, die sich dem dritten Reich auf eine kritische Weise nähern und versuchen wollen, die aberwitzigen Ereignisse während Hitlers Zeit zu verstehen.


Fazit
Ich war Hitlers Trauzeuge von Peter Keglevic gehört zu meinen Jahreshighlights 2017 und verdient aus diesem Grund folgende Anzahl an Würmchen:

Krone


Ich möchte mich herzlich bei dem Albrecht Knaus Verlag, wie natürlich auch bei Peter Keglevic, für mein Rezensionsexemplar bedanken!*

Krisi

*Rezensionsexemplare erhalte ich im Austausch für eine Rezension, die meine Meinung wiederspiegelt und unabhängig ist.

 

 

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