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Rezension: Das zweite Gesicht

DaszweiteGesicht

Das zweite Gesicht von Rachel Urquhart
Historischer Roman ║ btb Verlag (10. April 2017)
8,99 Euro (E-Book), 9,99 Euro (Taschenbuch) ║ ca. 416 Seiten
Klappentext

Massachusetts 1842: Die 15-jährige Polly zündet die heimische Farm an, ihr brutaler Vater kommt in den Flammen um. Polly und ihr Bruder müssen fliehen und finden Zuflucht in einer Shaker Gruppe. In dieser religiösen Gemeinschaft mit strengen Regeln wähnt sich Polly sicher vor den Nachstellungen des Privatdetektivs Simon Pryor, der den Fall aufklären soll. In der jungen Shaker-Schwester Charity findet sie eine Freundin und Verbündete. Doch als Polly sich in den Augen der Gemeinschaft als „Seherin“ erweist, als eine Auserwählte mit mystischen Visionen, beobachtet man sie auch hier mehr als genau. Wird Polly unter diesen Umständen weiter ihre wahre Geschichte verheimlichen können?

(Quelle: Amazon.de)


Der erste Satz

Es ist nicht ungewöhnlich, als junger Mensch zu glauben, das Leben sei einfach.


 Meinung

Ein historischer Roman ist für mich ein ganz besonderes Werk. Es versetzt Leser nicht nur in eine ganz andere Welt, sondern kann die Sicht auf längst Vergangenes vollkommen auf den Kopf stellen. Doch ein solches Werk muss den Leser erreichen können, um ihn zu bewegen…

Ich bin fasziniert von Geschichten, die sich um vermeintlich religiöse Gemeinschaften drehen und dazu den Leser beeindruckt zurücklassen. Doch leider verzettelt sich Rachel Urquhart in „Das zweite Gesicht“ in Beschreibungen rund um die Geschichte, sodass die wahre Geschichte zu kurz kommt. Der Leser hat das Gefühl, auf der Stelle zu treten und irgendwann nicht mehr zu wissen, was für das Geschehen überhaupt noch relevant ist.

Die Fakten sind sehr detailliert wiedergegeben, was mich sehr beeindruckt hat. Allein die Umsetzung, ebendiese Ergebnisse der Recherchearbeit in einen Roman einzubauen, schlagen – meiner Meinung nach – fehl. Die Charaktere jedoch sind sehr authentisch und spiegeln die verschiedenen Typen der Gesellschaft wieder, was ich als sehr gelungen empfand.

Rachel Urquhart beweist auch im Schreibstil großes Können, jedoch leider nicht in der Unterhaltungsliteratur. Ich könnte mir die Autorin sehr gut als Verfasserin von Fachliteratur vorstellen, jedoch um den historischen Roman überzeugend zu gestalten, fehlten mir die Gefühle und die Authentizität in der Sprache.

Doch wen das Thema interessiert und wer keine fesselnde Handlung erwartet, könnte den Roman als stimmig bewerten.


Fazit
Das zweite Gesicht von Rachel Urquhart weist einige Schwachstellen auf, auch wenn es durch Fakten und Schilderungen beeindrucken kann.
Ich vergebe:

3


Ich möchte mich herzlich bei btb bzw. Randomhouse für mein Rezensionsexemplar bedanken!

Krisi

 

 

 

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