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Blogtour Alkatar: Geplauder aus der Kommandozentrale

Alkatar


Herzlich Willkommen!
Ich freue mich sehr, den letzten Tag der Blogtour zu Alkatar einläuten zu dürfen.
Nachdem Ihr auf den anderen Blogs schon über die Geschichte informiert wurdet, durfte ich die Autorin Anja Fahrner für Euch befragen und ganz nah an der Kommandozentrale sitzen. 🙂
Viel Spaß beim Lesen des Beitrags und ich hoffe, Ihr hattet/habt Spaß bei der Tour.
Alles Liebe,
Krisi


Worum geht es in Alkatar?

2030 – Die Menschen haben die Erde an den Rand einer Katastrophe gebracht, doch jenseits unseres Sonnensystems ist diese Entwicklung nicht unbemerkt geblieben.         Die Laurasier, entfernte Vorfahren der Menschen, starten eine verborgene Rettungsaktion, um den Fortbestand der menschlichen Spezies zu sichern: Freiwillige sollen auf dem erdähnlichen Planeten Zadeg einen Lebensweg im Einklang mit der Natur erlernen. Doch der Verantwortliche der Mission, der laurasische Heerführer und Telepath Alkatar, wird schon bald mit den Abgründen der menschlichen Natur konfrontiert. Als ein intergalaktischer Krieg Zadeg von der Außenwelt abschneidet, setzt sich eine dramatische Entwicklung in Gang …

(Amazon)


Interview mit Anja Fahrner

Könnten Sie sich kurz vorstellen?

Gerne. Ich schreibe gesellschaftskritische Science – Fantasy – Geschichten, in denen meist archaische und moderne Kulturen vorkommen, fremde Spezies und die   Licht-, und Schattenseiten der menschlichen Natur. In meinem „alten Leben“ habe ich nach einer Gärtnerlehre Psychologie studiert und war viele Jahre als Neuropsychologin in einer Neurologischen Rehabilitationsklinik beschäftigt. Vor etwa drei Jahren sind mein Mann und ich aus dem Berufsleben ausgestiegen und versuchen einen nachhaltigen Lebensstil, in dem unser Selbstversorgergarten eine zentrale Rolle spielt. Was ich sonst noch gerne mache? Zeichnen, mit dem Mountainbike durch den hügeligen Taunus fahren und natürlich lesen.

 

Alkatar spielt im Jahr 2030. Wie kamen Sie auf die Idee, einen Roman in der Zukunft zu schreiben?

Die Idee kam zu mir. Eine komische Sache, die ich gar nicht so gerne erzähle, weil ich eher ein rationaler Typ bin. Die Grundidee kam im Traum. Ja, genau. Eines Morgens wachte ich auf und sagte zu meinem Mann: „Ich habe ein Universum geträumt, das ganze Bände füllen könnte.“ Das war 2009, kurz vor Weihnachten. Noch am gleichen Tag setzte ich mich hin und begann zu schreiben. Man bedenke, dass ich vorher nur Berichte, Gutachten und E-Mails geschrieben habe. Dementsprechend holprig war mein erstes Geschreibsel. Ich war so verrückt, dass ich am Stück drei Bände voll geschrieben habe, nahezu 2000 Seiten, ohne einen Plan vom Schreibhandwerk zu haben. Nun gut. Dann kamen die ersten Enttäuschungen beim Bewerben, das Lernen von Schreibregeln und ein immer flüssigerer Schreibstil. 2016 kam dann ALKATAR.

 

Sie schreiben in ihrem Roman von einer alienartigen Spezies. Glauben Sie an die Existenz von Aliens?

Na, klar. Wenn man den im Jahre 2013 publizierte Analysen von Daten des Kepler-Teleskops glaubt, gibt es rund 40 Milliarden erdähnliche Planeten allein in unserer Milchstraße. Da fällt es schon schwer zu glauben, dass dort nirgendwo Leben existieren soll. Es wird uns vielleicht sehr fremd erscheinen, vielleicht gar nicht als Leben oder Intelligenz zu erkennen, aber es wird da sein. Da bin ich mir ziemlich sicher.

 

In ihrem Roman wird die menschliche Natur teils als Schwäche angesehen. Sehen Sie persönlich das Menschsein als Schwäche an?

Nicht das Menschsein als solches. Solange der Mensch falschen Werten nachläuft, solange er Gegeneinander anstatt Miteinander, Gier anstatt Genügsamkeit, Egoismus und Bequemlichkeit anstatt das Wohl von Natur und Lebewesen im Sinn hat, sehe ich das Menschsein als Schwäche an. Solange Menschen in Urlaub fahren, um sich von ihrem „normalen Leben“ erholen zu müssen, solange sie sich selbst optimieren, der Zeit hinterherrennen, sich im Beruf aufreiben, bis sie von Burnout geplagt werden, sehe ich das Menschsein als Schwäche an. Solange Alte, Arbeitslose, Flüchtlinge oder andere Gruppen ausgegrenzt und in Einrichtungen gezwungen oder abgeschoben werden, sehe ich das Menschsein als Schwäche an.

Es könnte aber auch ganz ander aussehen, eine ganz andere, humanistische Gesellschaftsstruktur, die auch neue menschliche Werte fördern könnte, so dass das alltägliche Leben wieder lebenswert wird. Diesen Weg können wir jedoch keinesfalls mit unserer jetzigen Konsumgesellschaft und dem Kapitalismus.gehen.

 

Wenn Sie die Chance hätten, mit einem Charakter aus ihrem Roman Kaffee trinken zu gehen, welcher wäre es und warum?

Ich würde mit Alkatar gehen. Aufgrund seiner empfindlichen Sinne würde er Pfefferminztee dem bitteren Kaffee vorziehen und ich würde einen Kakao trinken. Ich rede sowieso ständig mit ihm, überlege mir in jeder Situation, wie er das sehen würde, wie er reagieren, wie er sich fühlen würde. Ich bin also nie allein. Ihm im wahren Leben zu begegnen, wäre einfach nur faszinierend. Ich würde ihn zu seinem Leben auf Sumas befragen und spüren wollen, wie sich der Kontakt mit einem Telepathen anfühlt. Ich weiß zwar nicht, ob er so gesprächig wäre, aber er wäre ohne Frage eine charismatische Person, seine wahre Anwesenheit eine Bereicherung.

 

Das Cover zu Ihrem Roman sieht fantastisch aus. Haben Sie es mitgestaltet?

Das ist eine längere Geschichte. Frau Rocholz, die Grafikdesignerin von meinem Verlag Emmerich Books & Media, hatte einen Erstentwurf, der mit dem jetzigen Cover nichts zu tun hatte. Es war eine futuristisch anmutende Frau vor einem Display zu sehen, das eine Weltkarte zeigte. im Hintergrund waren Planeten zu erkennen. Diese Frau stieß nicht bei allen im Verlag und auch nicht bei meinem Mann auf Wohlgefallen. So machten wir eine Umfrage auf Facebook zu dem Cover mit auch widersprüchlichem Ergebnis. Dann hatte mein Bruder eine Idee. Wir suchten ein verbindendes Element zwischen den „Alkatar“-Büchern und kamen auf den DNA-Strang, verbunden mit einer kargen Planetenoberfläche (Sumas). Aus dieser Idee hat Frau Rocholz das Cover gezaubert. Als ich es das erste Mal gesehen habe, dachte ich nur: „Wow! Genau das ist es!“ Es erinnerte mich an den Buchanfang. Alkatar und Annevay erwarten den Anbruch der hellen Phase und damit das Ende ihrer Initialisierung.

 

Planen Sie eine Fortsetzung zu Alkatar?

Die Fortsetzung „Alkatars Erbe“ ist nicht nur geplant, sondern schon geschrieben und wird voraussichtlich im Herbst diesen Jahres erscheinen. Die Geschichte hat das Lektorat bereits durchlaufen. Jetzt fehlt noch das Korrektorat und das Cover.

Leider gibt es noch keinen Klappentext, aber „Alkatars Erbe“ spielt etwa 500 Jahre nach „Alkatar“ Wieder wird es gegensätzliche Welten geben, archaische und moderne, aber ganz anders als im ersten Band. Es gibt Kriegersklaven, Bestien, reiche Händler und arme Bauern auf Zadeg. Doch ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Einen Plot vom dritten Band gibt es ebenfalls. Aber erst mal schauen, wie es mit dem Zweiten weitergeht.

 

Sie haben bisher außer Alkatar noch eine Kurzgeschichte verfasst. Das Schreiben welches Werks hat Ihnen besser gefallen?

Zwei Kurzgeschichten. „Die Erben der Verbannten“, die ich als Selfpublisher veröffentlicht habe, und der „Glückliche Keks“, der einer der Gewinner bei der Ausschreibung „Parallelwelten“ von WirMachenDruck gewesen ist. Besser gefallen hat mir natürlich das Schreiben von „Alkatar“, da es eine Geschichte mit Charakteren ist, die schon ein Teil von mir geworden sind. Wenn ich schreibe, leide ich mit ihnen, freue mich oder ärgere mich. Das ist, als würde ich selbst in diese fremden Welten abtauchen. Bei traurigen Szenen kann das sogar ziemlich belastend sein.

 

Sie leben, wie in Ihrer Biografie nachzulesen ist, an einem Selbstversorgergarten und achten auf einen nachhaltigen Lebensstil. Haben Sie Ihre Erfahrungen daraus und aus Ihrer vorigen Tätigkeit als Neuropsychologin in Alkatar einfließen lassen?

Wir sind die Summe unserer Erfahrungen und ich denke, wenn jemand schreibt, dann fließt immer ein Teil von ihm ein, bewusst oder unbewusst.

In Alkatar sind bewusst meine Erfahrungen eingeflossen, die ich über unsere Gesellschaft gesammelt habe, die auch mitverantwortlich für unseren beruflichen Ausstieg waren. Zusätzlich sind meine Naturverbundenheit eingeflossen und der Wunsch, dass sich die Menschheit wieder ein wenig auf ihre Wurzeln besinnt. Auch psychologisches Wissen ist eingeflossen, besonders bei Stefa, die ja an einer sozialen Phobie und zeitweise an einer Depression leidet.

 

Haben Sie eine Nachricht an Ihre Leser?

Bequemlichkeit, Gier und Machtstreben sind für mich Haupttriebfedern für die fortschreitende Umweltzerstörung. Wir handeln und konsumieren unreflektiert, geben Verantwortung für fast alle Lebensbereiche ab und lassen uns auf Konsumenten reduzieren. Seit unserem Ausstieg rechne ich jedes Konsumgut in Lebenszeit um. Je mehr wir konsumieren desto mehr Lebenszeit benötigen wir, um diesen Konsum zu finanzieren. Für uns bedeutete das praktisch: Weniger konsumieren, früherer Ausstieg. So haben wir das in der Vergangenheit geplant, einige Jahre durchgezogen und auch umgesetzt. Jetzt haben wir mehr Lebenszeit, weil wir „nur“ für unsere Ernährung arbeiten, für uns selbst. Dazu gehört etwa auch reparieren anstatt wegwerfen, nur kaufen, wenn es durch nichts anderes zu ersetzen und notwendig ist. Wir müssen ja nicht in die Steinzeit zurück. Aber warum nicht von allem etwas weniger? Konsum macht nicht glücklich, sondern schadet der Natur und allen Mitlebewesen. Wozu das alles? Wo sind die ganzen Fähigkeiten geblieben, die den Menschen zu einem selbständigen und kompetenten Geschöpf machen, auch ohne Plastik und anderen schädlichen Stoffen? Das Wissen ist da, aber wir nutzen es nicht aus eingangs genannten Motiven. Stattdessen opfern wir einen Großteil unserer Lebenszeit umweltschädlichen und sinnlosen Produkten.

Ich möchte mich sehr herzlich bei Anja Fahrner für Ihre Antworten und die Möglichkeit, das Interview führen zu dürfen, bedanken. 🙂


 Infos zum Buch
 Alkatar1
Titel: Alkatar
Autorin: Anja Fahrner
Genre: Science Fiction
Seitenzahl: 408 Seiten
Preis: 4,95 Euro ebook – 15,00 Euro Taschenbuch

Hier kommt Ihr direkt zum Buch

 

Über die Autorin

Fahrner
Anja Fahrner, geboren 1968 im hügeligen Taunus, schloss nach dem Abitur eine Ausbildung zur Gärtnerin ab. Es folgte das Studium der Psychologie und eine zwölfjährige Tätigkeit als Neuropsychologin in einer neurologischen Rehabilitationsklinik.
2014 hat sie sich einen lang ersehnten Wunsch erfüllt: einen nachhaltigeren Lebensstil. Sie ist zusammen mit ihrem Ehemann freiwillig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden und wohnt direkt an ihrem Selbstversorgergarten, der einen erheblichen Teil ihrer Ernährung deckt.
2009 entstand in ihrem Kopf ein eigenes Universum, die Bühne gesellschaftskritischer Science-Fiction Geschichten.

Weitere Informationen auf der Homepage der Autorin: http://www.anja-fahrner.de

(Quelle: Amazon.de)

Gewinnspiel

Beantwortet mir folgende Frage:

Mit welchem Charakter würde die Autorin gern Kaffee trinken gehen?

-> Für jeden Beitrag der Tour gibt es eine Frage und ein Los, beantwortet Ihr die Frage richtig, erhaltet Ihr ein Los. Somit könnt Ihr maximal 5 Lose ergattern.

-> Es gibt 1 Print und 2 eBooks zu gewinnen.

-> Das Gewinnspiel läuft bis 30.7. um 23:59 Uhr.

-> Teilnahmebedingungen: www.spreadandread.de/teilnahmebedingungen

Viel Erfolg! ❤️

Hier seht Ihr, wo die Blogtour halt gemacht hat und wo Ihr Beiträge nachlesen könnt:

26.07.: Buchvorstellung by Alkatar bei Lara von Lisianna schreibt (http://lissianna-schreibt.de/)

27.07.: Sumas – Eine Gesellschaftsstudie bei Sandy von Sandys Traumwelt (https://sandystraumwelt.blogspot.de/…)

28.07.: Kommt zum interplanetaren Bund! bei Charleen von Charleens Traumbibliothek (http://charleenstraumbibliothek.blogspot.de/…)

29.07.: Deutschland 2030 bei Marie von Vielleserin (http://vielleserin.de/)

30.07.: Geplauder aus der Kommandozentral bei Krisi von Wurm sucht Buch (https://wurmsuchtbuch.com/)

 Krisi

12 Kommentare zu „Blogtour Alkatar: Geplauder aus der Kommandozentrale

  1. Hallo und guten Tag ,

    Danke für den letzten Beitrag zur Blogtour.
    Ich persönlich finde, Interviews immer das besonders Zuckerle bei jeder Blogtour.

    Verraten hat die Autorin das sie gerne mal mit Alkatar..mal etwas trinken gehen würde und statt Kaffee für Alkatar eher Pfefferminztee und sie selber einen Kakao.

    Schönen Sonntag..LG..Karin..

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Karin,

      vielen Dank. Oh ja, Interviews sind einfach ein ganz besonderer Einblick.
      Vielen Dank für Deine Antwort, Du landest mit einem (weiteren) Los im Topf. Viel Glück!

      Liebe Grüße und Dir eine schöne Woche,
      Krisi

      Gefällt mir

    1. Hallo,

      hihi, wer weiß? Vielen Dank für Deine Antwort, Du landest mit einem (weiteren) Los im Topf. Viel Glück!

      Liebe Grüße,
      Krisi

      Gefällt mir

    1. Liebe Sarah,

      vielen Dank für das Lob und Deine Antwort. Du landest mit einem (weiteren) Los im Topf. Viel Glück! 🙂

      Liebe Grüße und eine schöne Woche,
      Krisi

      Gefällt mir

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