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Rezension: Nero, der blutige Dichter

Nero


Klappentext

Als Knabe wurde er von Seneca erzogen, mit sechzehn zum Kaiser gekrönt, nachdem seine Mutter den Stiefvater Claudius vergiftet hatte – die Laufbahn Neros begann außergewöhnlich und ging spektakulär weiter: Zunächst beliebt, herrschte Nero bald immer grausamer, unberechenbarer. Er ließ Gegner ermorden, aber auch die eigene Mutter und legendäre Geliebte wie Poppaea; leidenschaftlich gab er sich der Kunst und dem Luxus hin. Dann der große Brand Roms, für den Nero die Christen brutal verfolgen ließ, während er selbst davon profitierte und Platz für seinen ungeheuren Palast hatte, die Domus Aurea. Alles in Neros Leben ist Geschichte und Mythos gleichermaßen.
Dezso Kosztolányi, der Übervater der ungarischen Literatur, erzählt das Leben des Tyrannen als üppigen, mitreißenden Bilderbogen aus dem alten Rom. Farbig und facettenreich schildert er Neros Schicksal, seine Hybris, seine Gräueltaten und sein Ende. Zugleich zeichnet Kosztolányi in dem 1922 veröffentlichten Roman das überzeitliche, in die Zukunft weisende Psychogramm eines Diktators. «Nero», einer der großen historischen Romane der Moderne, war lange Zeit vergriffen und ist mit dieser Ausgabe endlich wieder lieferbar.

(Quelle: rowohlt.de)


Der erste Satz

Nur eine einzige, schläfrige Stimme war zu vernehmen.


Meinung
Kaiser Nero – den meisten ist Nero zwar ein Begriff, sein Leben allerdings scheint in einem Nebel verborgen, der nur schwer durchdrungen werden kann.
Nero, der blutige Dichter allerdings bringt Nero dem Leser auf eine besondere Weise näher. Wie? Das lest Ihr hier!
Als angehende Geschichtsstudentin, habe ich mich auf den Roman gestürzt, wie selten zuvor auf ein Werk. Historische Romane können Leser begeistern, sie allerdings auch langweilen und sich in Details verlieren. Nicht so Deszö Kosztolányis Werk.
Nero wird innerhalb der Geschichte zu einer Person, der der Leser folgen kann und so nicht mehr im Nebel verborgen liegt, sondern greifbar wird. Charakterzüge, Überzeugungen, wie auch sein Lebensweg, werden geschildert und gelebt. Die Unterhaltungen empfand ich als besonders informativ, da ich Menschen sehr gern anhand ihrer Unterhaltungen einschätze, wie auch den Charakter Nero.
Nero als Diktator. Nero als Kaiser.
Auch wenn Ihr noch keine historischen Romane gelesen oder Euch je dafür interessiert habt, kann Euch dieser Roman überzeugen, da er nicht nur eine historische Figur beleuchtet, sondern eine politische Figur darstellt, welche Leben beendet, ohne mit der Wimper zu zucken und doch durch Dezsö Kosztolányis Schreibkunst zu einem emotionalen Menschen wird. Vielleicht hilft der Roman sogar dabei, zu verstehen, wie Nero so wurde, wie er war.
Noch viel faszinierender, als der Inhalt dieses Romans scheint Dezsö Kosztolányis Art und Weise, ihn zu erzählen. Dies ist umso bemerkenswerter, da der Autor dieses Romans schon 1936 verstarb und doch etwas erschaffen hat, das uns bis heute noch begeistert und seinen Reiz nicht zu verlieren vermag. Nicht nur die Unterhaltungen werden lebhaft erzählt, sondern das gesamte Werk wird zu einem Abenteuer, das Lehre in sich trägt.
 Wie lange kann man leiden? Nur so lange, wie man es erträgt.

Fazit

Nero, der blutige Dichter ist einer der besten historischen Romane, die ich je lesen durfte. Auch werde ich weitere Bücher des Autors lesen, da mich seine Schreibkunst vollkommen von sich überzeugt hat.

Ich vergebe 5 von 5 Würmchen:

 

5


 Infos zum Buch
Nero
Titel: Nero, der blutige Dichter
Autor: Deszö Kosztolányi
Verlag: Rowohlt Berlin
Genre: historischer Roman
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
Seitenzahl: 336 Seiten
Preis: 24 Euro (Hardcover)

 

Über den Autor

DKDezső Kosztolányi (1885–1936) gilt als großer Erneuerer der ungarischen Literatur im 20. Jahrhundert. In allen Gattungen bewandert, schuf er bedeutende Lyrik, Romane, Novellen und Essays. Neben Shakespeare und Oscar Wilde hat er auch Heine, Hölderlin und Rilke ins Ungarische übersetzt. Seine beiden Meisterwerke unter den Romanen – «Nero» (1922) und «Ein Held seiner Zeit» (1933) – zählen zur Weltliteratur und haben bis heute nichts an Frische und Originalität eingebüßt.

(Quelle: rowohlt.de)

 

 Krisi

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